Leni Hanselmann schafft bei U18-EM den Sprung ins Finale
Ingolstadt (ebk) Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte Leni Hanselmann (MTV Ingolstadt) von den U18-Europameisterschaften in der Leichtathletik aus Banska Bystrica (Slowakei) zurück. Erst vor zwei Wochen hatte sich der Schützling von Trainerin Birgit Nixdorf durch einen taktisch geschickt herausgelaufenen zweiten Platz bei den deutschen Jugendmeisterschaften über 2000 Meter Hindernis endgültig für die Jugend-EM qualifiziert. Sie setzte damit eine große Tradition fort: Die beiden letzten Junioren-EM-Teilnehmerinnen des MTV Ingolstadt, damals in der Jugend U20, Alica Schmidt und Mona Maier, stehen jetzt zusammen im Olympia-Aufgebot für die 4 x 400 Meter-Staffeln in Paris.
Am Donnerstag waren in Banska Bystrica um 11.30 Uhr bei brütender Hitze die beiden Vorläufe angesetzt, wo sich nur die sieben Bestplatzierten in jedem Lauf fürs Finale qualifizieren konnten. Riesenpech im ersten Vorlauf hatte Lera Miller, die als amtierende deutsche Meisterin eine sichere Finalkandidatin war. Nach einem Strauchler an einem Hindernis konnte sie sich aus aussichtsloser Position zwar noch zurückkämpfen, verpasste aber auf Platz acht in 6:50,55 Minuten das Finalticket um 0,02 Sekunden. Leni Hanselmann, die in den zweiten Vorlauf gelost worden war, war zu Beginn des Rennens etwas eingeklemmt, so dass sie nicht sofort auf die Tempoverschärfung der Spitzengruppe reagieren konnte. So musste sie sich schließlich allein auf die Verfolgung machen. Auf Rang sechs sicherte sie sich aber letztlich das Finalticket mit der insgesamt achtbesten Zeit von 6:48,54 Minuten, womit sie sogar einen Tick schneller war als bei ihrem DM-Sieg im letzten Jahr.
Nach nur einem Tag Pause stand am Samstag dann das Finale über 2000 Meter Hindernis auf dem Programm. Hier ereilte Leni Hanselmann dann dasselbe Schicksal wie ihre Teamkameradin im ersten Vorlauf. In der vorletzten Runde kam auch sie an einem Hindernis ins Straucheln, konnte einen Sturz zwar noch vermeiden, verlor aber vollkommen den Rhythmus. Bei dem in dieser Phase schon extrem hohen Tempo des Finallaufes hatte sie keine Chance mehr ins Rennen zurückzukommen. Statt der anvisierten und auch möglichen einstelligen Platzierung sprang am Ende Rang dreizehn von vierzehn Starterinnen heraus, die Zeit von 7:08,00 Minuten war da schon nebensächlich. Der Kommentar des sichtlich enttäuschten MTV-Talents: „Im Nachhinein hätte ich es taktisch anders gemacht, aber an Erfahrung habe ich auf jeden Fall gewonnen.“